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Warum Sie die Aktien lieber loswerden sollten

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Das komplizierte Aktienjahr 2022 hat auch etwas Gutes: Jetzt lassen sich Depotleichen erkennen, die Sie gegen aussichtsreiche Titel tauschen sollten.

Wenn der Staat einem Unternehmen zu Hilfe eilt, dann ist die Perspektive nur ganz selten berauschend. So war und ist es bei der Commerzbank seit dem Jahr 2008 und so spiegeln es die Aktienkurse von Firmen wie Uniper oder Tui wider.

Während in den USA die Aktie von „booking.com“ auf Fünfjahressicht trotz aller Turbulenzen um Corona noch ein Plus von fünf Prozent aufweist, ist Tui auf traurigem Level angelangt und kann sich kaum erholen. Der Einstieg des Staates war der letzte Hinweis darauf, dass Sie Aktien von Tui wohl auch in den nächsten Jahren lieber nicht im Depot haben wollen.

Gleiches gilt für die Lufthansa, wobei dort die staatliche Intervention nur ein Mosaikstein in einer Reihe von schlechten Faktoren ist. Auf fünf Jahre gesehen zeigt die Airline ein Minus im Kurs von 65 Prozent. Denn die Probleme sitzen tief, wie viele Kunden in den vergangenen Jahren bitter erfahren mussten.

Daniel Saurenz von Feingold Research begleitet Sie als Experte durch das Börsengeschehen. (Quelle: Goldlicht Fotografie)

Der Aktienprofi

Daniel Saurenz ist Finanzjournalist, Börsianer aus Leidenschaft und Gründer von Feingold Research. Mit seinem Team hat er mehr als 150 Jahre Börsenerfahrung und bündelt Börsenpsychologie, technische Analyse, Produkt- und Marktexpertise. Bei t-online schreibt er über Investments und die Lage an den Märkten, immer mit Fokus auf das Chance-Risiko-Verhältnis für Anleger. Sie erreichen ihn auf seinem Portal www.feingoldresearch.de.

Lufthansa verliert massiv an Ansehen

Die Corona-Krise traf den Tourismus und den Sektor Geschäftsreisen mit voller Wucht, doch arabische Airlines wie Emirates oder Qatar gingen mit wesentlich besseren Voraussetzungen in die Krise. Kundenzufriedenheit, Service und eine neue Flotte waren die Basis, um jetzt wieder durchzustarten.

Bei der Lufthansa dagegen offenbarten sich in den vergangenen Jahren ihre gesamten Probleme. Sie verlor damit bei Kunden massiv an Ansehen. Ob eine dysfunktionale Hotline bei Buchungen oder Anfragen, mangelhafte und falsche Informationen für die Kunden, Streiks, Flugausfälle – beim Kranich war alles dabei.

Hinzu kommt, dass man in Sachen Rückerstattung von Kundengeldern unzumutbar lange brauchte und dies in Reiseforen eines der Topthemen war. Doch selbst wer zweieinhalb Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie erwarten würde, dass sich der Konzern kommunikativ oder in Sachen Service verbessert hätte – Fehlanzeige.

Andere haben die Zeit genutzt

In der Zwischenzeit haben andere Anbieter aus dem Tourismus-Sektor gezeigt, wie man arbeiten kann und erkannt, dass es Kunden längst nicht nur um den Preis geht. Airbnb beispielsweise streicht satte Margen bei seinen Buchungen ein, lässt sich sein Angebot gut bezahlen.

Gleichzeitig arbeitet man stetig an Verbesserungen, hat die App überarbeitet, weist transparent Preis und Kündigungsmodalitäten für Buchungen aus und beweist, dass Kunden Einfachheit schätzen, die funktioniert. Dies dürfte sich in den kommenden Jahren auch im Aktienkurs widerspiegeln.

Der Preis ist nur ein Merkmal

Hinzu kommt, dass jeder bei Nutzung von Airbnb sofort erkennen kann, dass Airbnb teuer ist. Die Plattform hat die Gebühren 2022 noch einmal nach oben angepasst. Teuer ist jedoch auch die Lufthansa und möchte – wie man aus Unternehmenskreisen hören und bei Preisvergleichen sehen kann – im oberen Preissegment bleiben.

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Da man sich jedoch nicht über gute Qualität von Mitbewerbern absetzen kann, findet der Vergleich in den nächsten Jahren und bei einem sich wieder normalisierenden Angebot wohl primär beim Preis statt. Genau dort haben dann aber wieder die angesprochenen arabischen Airlines international oder Ryanair in Europa die Nase vorn. Das zeigt auch der Aktienkurs von Ryanair im Vergleich zu dem der Lufthansa. Auf fünf Jahre liegt man bei minus 20 Prozent, was auch kein Ruhmesblatt, aber eben weit weniger dramatisch ist.

Jetzt kristallisieren sich die Gewinner heraus

Für Anleger bedeutet dies, dass sie gerade jetzt die Gewinner der einzelnen Branchen suchen und Depotleichen gegen Firmen mit Perspektive austauschen können. „Im Tourismus und Reisesektor kann jeder Anleger auch selbst prüfen, welche Firmen er gerne und mit Zufriedenheit nutzt“, sagt Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets. Hierfür muss man die Augen offen halten, und manchmal hilft auch der Blick in die größten Reiseforen.

Anbieter wie Sixt, Uber, Airbnb oder „booking.com“ werden dort meist weitaus freundlicher besprochen als die Konkurrenz. Und sie haben offenbar eines gemeinsam – ein transparentes und einfaches Buchungssystem und gutes Beschwerdemanagement. Unzufriedenheit als Kunde bedeutet eben oft auch Unzufriedenheit als Aktionär. Man frage dazu einfach mal bei Apple nach.

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