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„Gebrochenes Versprechen“: Baubranche brechen die Aufträge weg

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Das deutsche Bauhauptgewerbe hat im September deutlich weniger Aufträge erhalten als noch ein Jahr zuvor. Bei öffentlichen Bauherren führen vor allem steigende Materialkosten und Zinsen zu Zurückhaltung. Scharfe Kritik übt die Branche zudem an der Bundesregierung.

Das Bauhauptgewerbe kämpft mit Auftragsschwund. Der reale – also preisbereinigte – Auftragseingang ist laut dem Statistischen Bundesamt im September im Vergleich zum Vormonat um 3,6 Prozent gesunken. Auf Jahressicht ergab sich sogar ein Minus von 22,6 Prozent, wie aus den veröffentlichten Daten hervorgeht. Das war der stärkste Rückgang im Vorjahresvergleich seit Februar 2005.

Steigende Materialkosten und Zinsen führen zu Zurückhaltung bei privaten und öffentlichen Bauherren, was die Baubranche zusehends zu spüren bekommt. Dies zeigt sich auch bei den von der Behörde vorgelegten Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal. Im Baugewerbe sank die Bruttowertschöpfung – also der Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen unter Abzug der Vorleistungen – kräftig um 4,2 Prozent. Über alle Branchen hinweg ergab sich für diese wichtige gesamtwirtschaftliche Kennzahl hingegen ein Plus von 1,4 Prozent.

Nach Einschätzung des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB) leiden die Unternehmen hierzulande unter einer maroden Infrastruktur, die sich in gravierenden Mängeln im Straßennetz, aber auch im Schienenbereich und im Wohnungsbau zeigten: „Die sinkende Nachfrage am Bau ist keine gute Nachricht für unsere Branche. Sie ist aber vor allem ein gebrochenes Versprechen der Bundesregierung an unserem Wirtschaftsstandort, da die im Koalitionsvertrag vereinbarte Bau- und Investitionsoffensive ausbleibt“, kritisierte der Hauptgeschäftsführer der Bauindustrie, Tim-Oliver Müller.

Laut Müller waren die Umsätze im September zwar nominal noch im Plus, sie würden aber durch die hohen Preissteigerungen mehr als aufgezehrt. „Real sind sie um 7,8 Prozent zurückgegangen, über die ersten neun Monate um fast fünf Prozent. Die sinkende Nachfrage wirkt sich somit schon jetzt negativ auf die Produktion aus.“ Entsprechend pessimistisch sähen die Bauunternehmen in die Zukunft.

Der HDB verweist auf eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), wonach fast 60 Prozent der vom DIHK befragten Bauunternehmen für die kommenden zwölf Monate eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage erwarten, nur noch drei Prozent eine Verbesserung. Wie in anderen Branchen auch, hat sich das Geschäftsklima im Bauhauptgewerbe allerdings zuletzt verbessert, wie das IFO-Institut in seiner November-Umfrage ermittelte. Die Unternehmen bewerteten demnach ihre aktuelle Lage merklich besser. Die Erwartungen erholten sich leicht, blieben aber deutlich pessimistisch. Die Zahl neuer Aufträge nahm allerdings erneut ab.

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