Neueste Nachrichten und Updates

Deutsche Bahn: „Pünktlichkeit ist dieses Jahr inakzeptabel“

0 12

Der Infrastruktur-Vorstand der Deutschen Bahn, Berthold Huber, hält weitreichende Investitionen in die Infrastruktur der Bahn für unausweichlich. Nun sei der Punkt erreicht, an dem die Lage zu kippen droht. Auch unpünktliche Züge seien zum Teil Folge dieses Problems.

Der für die Infrastruktur verantwortliche Vorstand der Deutschen Bahn, Berthold Huber, sieht keine Möglichkeit zusätzliche Züge einzusetzen, sollte die Nachfrage im Regionalverkehr durch die Einführung des 49-Euro-Tickets steigen. „Im Regionalverkehr rund um die großen Knotenbahnhöfe gibt es keinen Platz für zusätzliche Züge“, sagte Huber WELT AM SONNTAG. Man könne dort aus einem Halbstunden- keinen Viertelstundentakt mehr machen. „Die Infrastruktur ist dicht. Man müsste versuchen, die gestiegene Nachfrage kurzfristig durch mehr Plätze in Zügen zu lösen, aber auch hier stößt man an Grenzen. Auf Dauer gehe es ohne zusätzliche Kapazität der Infrastruktur nicht“, so Huber. „Die Infrastruktur verzeiht lange, aber jetzt ist der Punkt erreicht, wo es nicht mehr geht und die Lage zu kippen droht.“

Huber räumte ein, dass es derzeit ein Problem mit verspäteten Zügen gebe. „Die Pünktlichkeit ist dieses Jahr inakzeptabel, und die Infrastruktur verursacht einen großen Teil dieses Problems“, sagte er. „Oberste Priorität muss die Sanierung und Kapazitätserweiterung des strukturell überalterten Netzes haben, dessen Störanfälligkeit immer größer wird. Es gibt das Problem, dass wir zu wenig Netz für zu viel Verkehr haben.“

Bahn werde für Infrastruktur 2023 mehr Geld ausgeben als bisher geplant

Es gebe einen Sanierungsstau von 50 Milliarden Euro. Die Zahl der Verspätungen solle schon im kommenden Jahr reduziert werden. „Wir wollen im Netz die Voraussetzungen schaffen, dass sich die gegenwärtige Pünktlichkeitsquote von durchschnittlich deutlich unter 70 Prozent auf spürbar über 70 Prozent erhöht“, sagte Huber.

Die Bahn werde zur Finanzierung der Infrastruktur 2023 mehr Geld ausgeben, als im Bundeshaushalt geplant, um den Sanierungsstau aufzulösen. „Deshalb haben wir beschlossen, für 2023 deutlich mehr Mittel einzuplanen, als der Bundeshaushalt vorsieht, auch wenn dieser Betrag das wirtschaftliche Ergebnis der Deutschen Bahn belastet“, sagte Huber. Weniger Instandhaltung, weil das Geld fehle, sei keine Option mehr.

„Also müssen wir das Geld aus dem laufenden Geschäft aufbringen, und das wirtschaftliche Ergebnis fällt entsprechend niedriger aus“, sagte der DB-Vorstand. „Wir werden 2023 alles instand setzen, was instand gesetzt werden muss. Punkt. Und wir schauen nicht, ob wir die letzte Weiche noch im Budget haben, sondern wir bauen sie ein.“

Huber warnte davor, die Investitionen in die Infrastruktur wegen der hohen Kosten der Energiekrise zu vernachlässigen. „Wir müssen aufpassen, dass das Verhältnis von konsumtiver Förderung und notwendigen Investitionen nicht aus der Balance gerät“, sagte er. Er sprach sich stattdessen im Zweifel für zusätzliche Schulden aus.

„Es heißt immer: Wir können jetzt keine zusätzlichen Schulden machen, weil das zulasten der nächsten Generation geht“, sagte Huber. „Welche Last für die nächste Generation ist denn größer? Jetzt Geld für notwendige und zukunftsgerichtete Infrastruktur auszugeben oder der nächsten Generation sagen zu müssen: Wir haben es kaputtgehen lassen, baut ihr das mal wieder auf? Ich habe da eine glasklare Meinung.“

An dieser Stelle finden Sie Inhalte von Drittanbietern

Um eingebettete Inhalte anzuzeigen, ist deine widerrufliche Einwilligung in die Übermittlung und Verarbeitung von personenbezogenen Daten notwendig, da die Anbieter der eingebetteten Inhalte als Drittanbieter diese Einwilligung verlangen [In diesem Zusammenhang können auch Nutzungsprofile (u.a. auf Basis von Cookie-IDs) gebildet und angereichert werden, auch außerhalb des EWR]. Indem du den Schalter auf „an“ stellst, stimmst du diesen (jederzeit widerruflich) zu. Dies umfasst auch deine Einwilligung in die Übermittlung bestimmter personenbezogener Daten in Drittländer, u.a. die USA, nach Art. 49 (1) (a) DSGVO. Mehr Informationen dazu findest du . Du kannst deine Einwilligung jederzeit über den Schalter und über Privatsphäre am Seitenende widerrufen.

Lesen Sie hier den vollständigen Artikel.
Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Cookies, um Ihr Erlebnis zu verbessern. Wir gehen davon aus, dass Sie damit einverstanden sind, aber Sie können sich abmelden, wenn Sie dies wünschen. Annehmen Weiterlesen

Datenschutz- und Cookie-Richtlinie