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100 Unternehmen führen permanente Vier-Tage-Woche ein

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Einen Tag weniger arbeiten, aber denselben Lohn erhalten: Dieses Arbeitsmodell erobert derzeit die britische Wirtschaft. Tausende Mitarbeiter sollen profitieren.

In Großbritannien ist die Vier-Tage-Woche auf dem Vormarsch: Hundert Unternehmen haben sich für das Arbeitsmodell als permanente Lösung ausgesprochen. Demnach sollen alle Beschäftigten einen Tag weniger in der Woche arbeiten – bei gleichbleibendem Lohn. Britische Medien sprechen von einem „Meilenstein in der Kampagne für einen grundlegenden Wandel des britischen Arbeitsethos“.

Die Hundert Unternehmen beschäftigen etwa 2.600 Mitarbeitende in Großbritannien, die von der Regelung profitieren sollen, berichtete der britische „Guardian“. Befürworter argumentierten demnach, dass die Fünf-Tage-Woche ein Überbleibsel aus einem früheren Wirtschaftszeitalter sei. Eine Vier-Tage-Woche veranlasse Firmen dazu, ihre Produktivität zu steigern – sie könnten mit weniger Arbeitsstunden die gleiche Leistung erbringen. Für einige Unternehmen habe sich dieses Modell als nützliches Mittel erwiesen, um Mitarbeitende zu gewinnen und zu halten.

„Eine revolutionäre Initiative“

Die beiden größten Firmen, die sich der Initiative angeschlossen haben, sind die Atombank, eine Privatkundenbank im Vereinigten Königreich, und Awin, ein globales Marketingunternehmen. Beide beschäftigen rund 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Arbeitszeiten bereits reduziert wurden.

Adam Ross, Geschäftsführer von Awin, sagte dem „Guardian“, die Einführung der Vier-Tage-Woche sei „eine revolutionäre Initiative“ in der Geschichte des Unternehmens. Im Laufe der vergangenen anderthalb Jahre habe man eine enorme Steigerung des Wohlbefindens und der Gesundheit der Mitarbeiter erlebt. Auch der Kundenservice und die Kundenbeziehungen hätten davon profitiert, so Ross.

In Großbritannien wird derzeit ein groß angelegtes Experiment zur Vier-Tage-Woche durchgeführt. Mehr als 3.300 Arbeitnehmer aus 70 Unternehmen nehmen von Juni bis Dezember 2022 an dem Pilotprojekt teil. Dabei soll erprobt werden, welche Effekte es hat, wenn Menschen bei vollem Gehalt einen Tag weniger arbeiten.

Mehrheit der Unternehmen von Modell überzeugt

Initiatoren der Untersuchung sind die Organisation „4 Day Week Global“ in Zusammenarbeit mit der Denkfabrik Autonomy und der „4 Day Week“-Kampagne. Die wissenschaftliche Begleitung übernehmen neben dem Boston College auch Forscher der Universitäten Cambridge und Oxford. Ähnliche Experimente laufen derzeit in Irland, den USA, Kanada, Australien, Neuseeland und Israel. Auch Spanien und Schottland planen ähnliche Studien.

„Wir werden analysieren, wie Arbeitnehmer auf einen zusätzlichen freien Tag reagieren, und zwar in Bezug auf Stress und Burnout, Arbeits- und Lebenszufriedenheit, Gesundheit, Schlaf, Energieverbrauch, Reisen und viele andere Aspekte des Lebens“, sagte Juliet Schor, Soziologieprofessorin am Boston College und leitende Forscherin des Projekts, dem „Guardian“.

Im September gaben 88 Prozent der teilnehmenden Unternehmen an, dass die Vier-Tage-Woche in dieser Phase des Versuchs gut funktioniere. Dem „Guardian“ zufolge sagten 95 Prozent der Firmen, dass die Produktivität seit Beginn des Experiments entweder gleich geblieben oder gestiegen sei.

Vereinbarkeit von Job und Freizeit

Die meisten Unternehmen, die sich offiziell für die Vier-Tage-Woche entschieden haben, sind im Dienstleistungssektor angesiedelt, etwa in der Technologie-, Veranstaltungs- oder Marketingbranche.

Joe O’Connor, der Geschäftsführer von „4 Day Week Global“, sagte, die Pandemie habe den Unternehmen gezeigt, was wirklich zähle im Kampf um die besten Mitarbeiter: die Vereinbarkeit von Job und Freizeit. „Immer mehr Firmen erkennen, dass sie sich mit reduzierter Arbeitszeit einen Wettbewerbsvorteil verschaffen können“, so O’Connor.

Auch in Deutschland stößt das Arbeitsmodell auf große Zustimmung. Laut einer Forsa-Umfrage befürworten 71 Prozent der Bürgerinnen und Bürger ein gesetzliches Recht auf die Vier-Tage-Woche. Hier lesen Sie mehr dazu.

Lesen Sie hier den vollständigen Artikel.
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