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Das Turnier der starken Frauen – oder doch nicht?

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Während die Männer bei dieser WM unter der Fifa-Fuchtel erstarren, zeigen Frauen starke Gesten. Aber sind sie wirklich die einzigen Rebellen in Katar?

Was zählt, ist auf dem Platz? Pustekuchen. Bei dieser Fußball-WM ist alles anders. Das Turnier im Wüstenstaat Katar steht von Beginn an massiv in der Kritik: wegen Menschenrechtsverletzungen, Unterdrückung von Minderheiten und sündhaft teuren Investitionen ohne Nachhaltigkeit. Das Anti-„One Love“-Diktat der Fifa nach WM-Beginn hat die Situation noch verschärft.

Weil der Weltverband unter anderem Deutschland, England und den Niederlanden mit Strafen drohte, verzichten die Nationalmannschaften der Länder auf die „One Love“-Binde in Katar. Ein Symbol für Gleichberechtigung und ein Zeichen der Solidarität: von der Fifa verbannt. Dabei war „One Love“ schon eine Art Kompromiss, zuvor war DFB-Kapitän Manuel Neuer noch mit einer Regenbogenbinde als weltweites Erkennungszeichen für Toleranz aufgelaufen.

Erlaubt Katar jetzt Regenbogenfarben?

Reihenweise Männer beugen sich nun der Ansage: von Englands Kapitän Harry Kane über Hollands Anführer Virgil van Dijk bis hin zu Manuel Neuer. Berichte von abgewiesenen Zuschauern an den Stadioneingängen machen zudem die Runde: Immer wieder soll Sicherheitspersonal in Katar Fußballfans mit Regenbogen-Look am Einlass gehindert haben. Ob sich das nach einem Medienbericht vom Donnerstag ändert, bleibt abzuwarten.

Fest steht: Zuvor haben es bereits einige Frauen mit unterschiedlichen Regenbogen-Symbolen ins weite Rund geschafft. Vor allem die Auftritte von vier prominenten Damen gehen um die Welt.

BBC-Reporterin Alex Scott

Nur wenige Stunden vor dem Spiel England gegen Iran macht die Nachricht die Runde: Alle an der „One Love“-Aktion beteiligten Länder geben ihre Binden ab und folgen den Fifa-Anweisungen. Der BBC-Reporterin Alex Scott ist das egal. Sie trägt die Binde bei ihrem TV-Einsatz fürs englische Fernsehen gut sichtbar am linken Arm, ist auch im Stadion bei ihrer Moderation auf dem Spielfeld für Zuschauer gut zu sehen.

Die Bilder der ehemaligen englischen Nationalspielerin sorgen für Aufsehen. In den sozialen Medien wird sie als vermeintlich erste Rebellin gegen die Fifa-Doktrin gefeiert. Dies hängt vor allem mit der zeitlichen Abfolge zusammen: Kurz nach der großen medialen Aufmerksamkeit rund um den „One Love“-Rückzieher der Verbände präsentiert sich Scott ausgerechnet beim Spiel Englands mit eben dieser Binde der Weltöffentlichkeit – während Harry Kane als Kapitän der „Three Lions“ mit einer Ersatzvariante aufläuft.

Doch schon beim WM-Auftakt am 20. November schafft es eine Journalistin mit Regenbogen-Symbolik aus Katar zu berichten. Amanda Davies vom US-Fernsehsender CNN trägt am ersten Spieltag ein regenbogenfarbenes Kleid. Fotos zeigen die Journalistin mit ihrer symbolträchtigen Kleidung sowohl im Studio des Senders in Katar als auch beim Eröffnungsspiel im Stadion.

ZDF-Kommentatorin Claudia Neumann

Einer deutschen TV-Vertreterin gelingt dieser optische Protest ebenfalls. In einem schwarzen T-Shirt mit herzförmigem Regenbogen-Aufdruck und einer dazu passenden Binde am rechten Arm begrüßt ZDF-Kommentatorin Claudia Neumann die Zuschauer am zweiten WM-Tag zum Spiel USA gegen Wales aus dem Ahmed bin Ali Stadium.

„Es hätte ein legendärer, ein stolzer WM-Tag werden können, so aber verbringen wir ihn alle mit den Diskussionen um die Solidaritätsbekundungen“, verweist Neumann während der Übertragung auf die Kontroversen rund um das Einknicken vor der Fifa. Sie selbst setze sich aktiv gegen Unterdrückung und Ausgrenzung ein, erklärt sie später dem SID. „Ich möchte damit ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz setzen“, so die 58-Jährige.

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