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Sequel mit kleinen Schwächen: „A Plague Tale: Requiem“ bietet bombastische Rattenhatz

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Wie viele Ratten passen in ein Bild? In „A Plague Tale: Requiem“ sind es rund 300.000. Ein ganzes Meer aus Nagetieren präsentiert sich Zockern im zweiten Teil des Action-Adventures. Das Mittelalter-Epos weiß aber auch mit anderen Aspekten zu punkten.

Die Ratten sind wieder los, besser gesagt zurück. Die Fortsetzung „A Plague Tale: Requiem“ schwingt sich mit genialer Atmosphäre, einer packenden Inszenierung der Geschichte und beeindruckender Grafik dazu auf, erneut eines der Spielehighlights des Jahres zu werden. Damit würde „Requiem“ es dem Vorgänger „Innocence“ aus dem Jahr 2019 gleichtun. Die Schwächen, die vor drei Jahren beim ersten Titel noch bemängelt wurden, kann der zweite Teil der Geschichte allerdings nicht ganz ausbügeln.

Die Geschichte die Geschwister Amicia und Hugo im Frankreich des 14. Jahrhunderts knüpft rund sechs Monaten nach den Geschehnissen von „Innocence“ an. Leider holt „Requiem“ neue Spieler nicht mit einem Rückblick ab. Daher die Empfehlung: Teil eins erst einmal durchspielen. Hugo ist immer noch von der seltenen Blutkrankheit „Prima Macula“ befallen. Damit ist der Fünfjährige zwar in der Lage, zeitweise eine riesige Schar von hungrigen Ratten zu kontrollieren, die aber gleichzeitig wie die Pest durchs Land fegen. Entsprechend sucht die Familie des Jungen, Amicia und Mutter Beatrice, sowie der Alchemielehrling Lucas weiter nach einem Heilmittel. Die Reise führt die Gruppe in den Süden Frankreichs und später auf eine mysteriöse Insel.

Schleichen, Meucheln, Rätseln

Das Action-Adventure in der Third-Person-Perspektive geht nur kleine – aber feine – Schritte in Sachen Gameplay. Im Grunde bleibt es dabei, dass Amicia mithilfe von Hugo und ihren Freunden an Ratten und Soldaten vorbeischleichen, meucheln und Rätsel lösen muss. Das Kampfsystem ist allerdings deutlich flexibler. Insgesamt fühlt sich ein Fehler im Spiel nicht mehr so endgültig an wie im Vorgänger: da war ein Fehltritt gleichbedeutend mit dem Tod. Einmal von Feinden entdeckt, schafft es Amicia nun wieder sich vor Gegnern zu verstecken. Die Attacken der französischen Soldaten sind ebenfalls nicht mehr automatisch das zwischenzeitliche Aus für den Spieler.

Neue Gegenstände, wie das Messer und im späteren Verlauf die Armbrust, machen nicht nur die Auseinandersetzungen mit Soldaten etwas interessanter, sondern auch das Gameplay abwechslungsreicher. Das Messer kann nur einmal genutzt werden, zum Meucheln, aber auch zum Knacken von Schlössern. Die Bolzen der Armbrust lassen sich zudem wie die von Amicia geführte Steinschleuder modifizieren. Per Alchemiebaukasten lassen sich Brandbolzen erzeugen, die in Arealen den Weg durch das Rattengetümmel ebnen können. Ressourcen, um entzündliche Munition, Rauchbomben oder Teer herzustellen, findet man reichlich – in den alchemischen Kombinationen bleibt „Requiem“ sehr übersichtlich.

Bis zu 300.000 kleine Nager gleichzeitig können im Spiel dargestellt werden. Immer wieder verfolgen sie die Protagonisten, so wie die Pest in diesem Zeitalter und die Sitten zeigen sich die Tiere gnadenlos, immer auf der Suche nach Nahrung. Die Ratten wirken noch bedrohlicher, lassen sich aber weiterhin mit Feuer und Licht in Schach halten. Das ist dann einer der wenigen Punkte, die sich das Spiel ankreiden lassen muss. Die Aufgaben konzentrieren sich oftmals darauf, Fackeln zu entzünden, Brandbomben zu werfen und sich seinen Weg durch das quietschende Rattenmeer zu bahnen. Was die Schwierigkeit angeht, gibt es zwar verschiedene Ansätze, um ans Ziel zu kommen, manche Passagen haben aber nur einen Lösungsweg.

Neue Konsolengeneration bringt optisches Upgrade

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Amicias Taten haben zudem Einfluss auf ihre Fertigkeiten. Je nach Verhalten werden Bewusstsein, Angriff und Raffinesse geschult. Schleicht sich Amicia gekonnt an Gegnern vorbei, wird sie mit der Zeit leichtfüßiger und nicht so schnell von Soldaten bemerkt. Greift Amicia öfter aus dem Hinterhalt an, desto mehr Wege eröffnen sich ihr, ihre Gegner auszuschalten – fortan schubst sie Soldaten von Klippen oder in ein Gewühl aus Ratten.

Der Weg durch die Geschichte von „Requiem“ ist weiterhin sehr linear. Auf Schleich- oder Rätselabschnitte folgen Storysequenzen. Es ist weniger Action- statt Adventure, das muss man klar betonen. Das Spiel lebt von seiner Geschichte und düsteren Atmosphäre. Der enorme Detailgrad der Spielwelt ist beeindruckend und gerade auf leistungsstarken PCs und der neuen Konsolengeneration wird „A Plague Tale: Requiem“ so zum echten Augenschmaus – wenn auch oft im schmuddeligen Setting des Mittelalters.

Ja, die Entwickler von Asobo gehen auf Nummer sicher, was das Gameplay angeht, drehen an den richtigen Stellschrauben, ohne eine Revolution einzuleiten. Die braucht „Requiem“ aber auch gar nicht. Die Geschichte fasziniert mit vielen emotionalen Highlights und gibt ein ausgewogenes Tempo in der Erzählweise vor, das auch nicht darunter leidet, wenn man an der ein oder anderen Stelle nicht gleich weiterkommt. Es ist die Balance zwischen Musik, Soundeffekten, Story und gut gezeichneten Charakteren, die den Spieler voll einnimmt. „A Plague Tale: Requiem“ wartet zudem mit einem fulminanten Ende auf – eine Fortsetzung mit den Hunderttausenden kleinen Plagegeistern ist ebenfalls nicht ausgeschlossen.

„A Plague Tale: Requiem“ ist ab sofort für PC, Xbox Series X/S, PlayStation 5 und Nintendo Switch erhältlich.

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