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Schneller und angenehmer warm: Heizkörperventilatoren können richtig Geld sparen

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Mit Heizkörperventilatoren kann man unter Umständen mit relativ wenig Aufwand viel Geld sparen, im Test ist ein Wohnzimmer mit ihnen deutlich schneller warm. Mit der Hilfe eines Installateurs kann man sogar noch mehr herausholen, Mieter sollten vor dem Einsatz die Hausverwaltung kontaktieren.

Über den Daumen gepeilt sagt man, jeder Grad Raumtemperatur weniger senkt die Heizkosten um rund sechs Prozent. Zusätzlich lässt sich mit Heizkörperventilatoren ordentlich Energie und Geld sparen, da sie die warme Luft im Raum schneller und gleichmäßiger verteilen, wodurch das Thermostat früher heruntergedreht werden kann. Hersteller SpeedComfort schreibt, mit seinen Lüftern sei ein Zimmer in der halben Zeit durchgeheizt. ntv.de hat ausprobiert, ob das tatsächlich stimmt.

Kosten rund 50 Euro pro 30 Kubikmeter

Die Lüfter ähneln flachen Dreifachsteckdosen, verfügen aber statt der Steckplätze über drei kleine Ventilatoren. Einzeln kosten sie rund 60, im Doppelpack 105 Euro, drei bietet der Hersteller für 150 Euro an. Wie viele man benötigt, hängt vor allem von der Größe eines Raums ab. Laut SpeedComfort genügt als Faustregel für 30 Kubikmeter (m³) ein Gerät, für 60 m³ benötigt man entsprechend zwei Heizkörperventilatoren, für 90 m³ drei und so weiter.

Das ist relativ viel Geld, das man investieren muss. Aber wenn die Geräte halten, was der Hersteller verspricht, zahlen sie sich angesichts der rasant gestiegenen Energiepreise trotzdem relativ rasch aus. Die Verbraucherzentrale hat errechnet, dass beispielsweise ein Zweipersonen-Haushalt mit 80 Quadratmetern jetzt pro Jahr für Gas 1990 Euro ausgibt, das sind 1070 Euro mehr als 2021.

Meist einfache Montage

Vor der Montage sollte man unbedingt die Heizkörper von Staub befreien, da dieser sonst in die Luft geblasen wird, was vor allem für Menschen mit Allergien problematisch sein kann. Am besten benutzt man für die Reinigung eine spezielle Heizkörperbürste. Bei stark verdreckten Heizkörpern erhöht man so auch ein kleines bisschen die Effizienz, da Staubschichten isolierend wirken.

Für den Test hat ntv.de von SpeedComfort für ein Wohnzimmer mit etwa 110 m³ und zwei Heizkörpern vier Lüfter zur Verfügung gestellt bekommen. Die Montage war schnell erledigt. Die Geräte haben Magnete an beweglichen Schienen, mit denen sie sich an die Unterseite der Radiatoren heften. Da man die Halterungen auf verschiedene Weise anbringen kann, sind die Lüfter mit fast allen Heizkörpern und Konvektoren kompatibel.

Da die Heizkörper des Test-Zimmers relativ kurz sind, wurden die SpeedComfort-Leisten versetzt angebracht – auch das ist kein Problem. Die Lüfter werden mit einem Kabel verbunden, theoretisch kann man bis zu 20 Stück in Reihe schalten. An einem Ende steckt man ein Thermostat an, das ebenfalls magnetisch am Heizkörper haftet, am anderen Ende ist der Stromanschluss.

Ohne Ventilator.jpg

Ohne Steckdose geht’s nicht

Die Stromversorgung ist die Achillesferse des Systems. Denn wenn keine Steckdose in der Nähe ist, muss man eine Verlängerung legen oder auf Ventilatoren verzichten. SpeedComfort begründet den Verzicht auf Batterien unter anderem mit Nachhaltigkeit. Der Stromverbrauch an sich ist sehr gering. Der Hersteller gibt für einen Lüfter bei 1200 Betriebsstunden pro Jahr Kosten von 32 Cent an.

Die Ventilatoren springen automatisch an, sobald das Thermostat am Heizkörper 33 Grad misst, bei 25 Grad schalten sie sich wieder ab. Wenn sie in Betrieb sind, kann man sie hören, lautlos arbeiten die Lüfter nicht, sie sind auch lauter als die vom Hersteller angegebenen 20 Dezibel. Aber sie surren leise genug, um beispielsweise beim Fernsehen nicht zu stören.

Mit Ventilator.jpg

Es funktioniert

Um zu messen, ob das Wohnzimmer mit den Ventilatoren tatsächlich doppelt so schnell durchgeheizt ist, fehlt ntv.de das Instrumentarium. Gefühlt erreicht der Raum aber mit den Lüftern deutlich früher und wesentlich gleichmäßiger die Wunschtemperatur als ohne. Dabei genügt eine Einstellung der smarten Thermostate auf 19 Grad (gemessen am Gerät), um im Zimmer angenehme 20 Grad zu erreichen.

Um die Wirkung der Heizkörperventilatoren sichtbar zu machen, hat sich ntv.de die Aufsteck-Wärmebildkamera Seek Thermal ComactPro ausgeliehen. An den Aufnahmen sieht man gut, dass die warme Luft rascher und gleichmäßiger aufsteigt, nachdem die Lüfter aktiviert wurden.

Haus- und Wohnungseigentümer oder Besitzer einer Gasetagenheizung können zusätzlich sparen. Denn der Einsatz der Ventilatoren erlaubt es, die Temperatur des Heizungswassers allgemein zu senken. Außerdem kann man einen Installateur beauftragen, die Warmwasserströme zu den Heizkörpern zu optimieren. Insgesamt schätzt SpeedComfort das Sparpotenzial auf 22 Prozent.

Für Mieter möglicherweise nicht erlaubt

Mieter müssen möglicherweise komplett darauf verzichten. Es gibt Berichte und Kommentare, wonach der Einsatz solcher Ventilatoren nicht erlaubt ist, wenn der Verbrauch mit Heizkostenverteilern ermittelt wird, die sich an den Heizkörpern befinden. Es soll sich dann um eine illegale Manipulation der Messgeräte handeln. Die erzielte Leistung sei höher als die abgelesene, wodurch man sich einen Vorteil gegenüber den Nachbarn verschaffe, so die Argumentation.

Ob der Einsatz der Heizkörperventilatoren tatsächlich illegal ist, scheint fraglich. Der Dienstleister BFW schreibt, Heizkostenverteiler seien grundsätzlich manipulationssicher. Minol Messtechnik sieht das in einer Info-Broschüre ähnlich. Die einzige wirksame Methode sei das Anblasen mit einem (großen) Ventilator mit 0,6 m³ pro Sekunde. Das führe aber zu einem hohen Stromverbrauch, heißt es darin. Um sicherzugehen, sollten Mieter mit Heizkostenverteilern an den Heizkörpern sicherheitshalber die Erlaubnis des Vermieters oder der Hausverwaltung einholen, bevor sie Heizkörperventilatoren anbringen.

Lesen Sie hier den vollständigen Artikel.
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