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Ohrhörer für Fashion Victims: Die Nothing Ear Stick stechen ins Auge

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Die Nothing Ear Stick sind Ohrhörer, die mit einem extravaganten Design die Blicke auf sich ziehen. ntv.de hat ausprobiert, ob ihre schicke Optik vielleicht nur einen mäßigen Klang kaschieren soll, und erklärt, warum die Stöpsel einen so seltsamen Namen haben.

Vor etwas mehr als einem Jahr machte das britische Startup Nothing mit seinen ersten kabellosen Ohrhörern Ear (1) auf sich aufmerksam. Das lag einerseits an einem sehr geschickten Marketing im Vorfeld, zum anderen am spektakulären Design der Stöpsel und ihrer Ladebox. Nachdem das Unternehmen mit dem Nothing Phone (1) im vergangenen Sommer auch bewiesen hatte, dass es ein optisch und technisch gelungenes Smartphone herstellen kann, legt es jetzt mit weiteren Ohrhörern nach, den Nothing Ear Stick.

Den seltsamen Namen, dem man gerne ein „s“ anhängen möchte, verdanken die Stöpsel dem Design des Ladecase, das an die Silhouette eines Lippenstifts (engl. lippstick) erinnern soll. Deshalb ist es röhrenförmig, wird wie das Kosmetikprodukt aufgedreht und hat eine rote Oberseite.

Gelungenes, praktisches Design

Ohne Erklärung würde man diese Analogie vielleicht nicht unbedingt erkennen, aber letztendlich ist der Look gelungen und sticht sofort ins Auge. Außerdem ist das Design praktisch und es fühlt sich gut an, wenn die durchsichtige Plastikhülle nach einer Drehung geöffnet oder geschlossen einrastet.

Die Ohrhörer selbst sehen den Ear (1) sehr ähnlich, auch bei ihnen gewährt ein teilweise transparentes Design einen Blick auf die Elektronik. Der große Unterschied ist, dass sie keine Silikonaufsätze haben. Damit sollen die je 4,4 Gramm leichten Stöpsel besonders bequem sitzen und Außengeräusche bewusst nicht abschirmen. Entsprechend haben die Nothing Ear Stick auch keine aktive Geräuschunterdrückung (ANC) wie die Ear (1).

Tatsächlich bieten die Ohrhörer einen hohen Tragekomfort, sobald man herausgefunden hat, wie man sie richtig platziert. Trotzdem sitzen die nach IP54 gegen Staub und Feuchtigkeit geschützten Stöpsel sicher genug, um auch gute Trainingspartner zu sein.

Sehr klarer Klang

Klanglich enttäuschen die Nothing Ear Stick ebenfalls nicht. Sie liefern mit 12,6 Millimetern großen Treibern einen sehr klaren, ausgesprochen luftigen Sound mit sauber definierten Mitten und detailreichen Höhen. Obwohl die Ohrhörer an sich keine besonders verlustarmen Bluetooth-Codecs wie aptX unterstützen, klingen sie durchaus hochauflösend.

Die Bässe sind trotz einer fehlenden Abdichtung recht deutlich wahrnehmbar. Dafür soll eine Technik namens Bass Lock verantwortlich sein, die den Klang der Ohrform anpasst und bei Bedarf die Tiefen verstärkt. Falls das nicht genügt, kann man mit dem umfangreichen Equalizer noch eine Bass-Schippe drauflegen und weitere Anpassungen vornehmen.

Das Ganze hat aber Grenzen, wirklich druckvolle Bässe wie bei den Ear (1) oder anderen guten Ohrhörern mit Silikonaufsätzen darf man bei den Nothing Ear Stick nicht erwarten. Insgesamt ist der Sound aber erfreulich gut und wird etlichen Nutzern mit seiner luftigen Klarheit besser gefallen als der basslastige, fast schon dumpfe Klang der Ear (1).

Eigene Zielgruppe

Die Ohrhörer sind auch keine schlichte Weiterentwicklung oder nur abgespeckte Ear (1), sondern sollen eine andere Zielgruppe erreichen. Das sind Nutzer, die zwar Musik in guter Qualität hören, aber gleichzeitig die Außenwelt wahrnehmen möchten oder müssen. Bei entsprechender Lautstärke ist das übrigens auch umgekehrt der Fall, nahe Büropartner hören dann ungewollt mit.

Der Klang der Ohrhörer gefällt auch beim Telefonieren, wobei man von Gesprächspartner klar und deutlich verstanden wird. Das gilt auch für lautere Umgebungen, belebte Straßen oder Baustellen sollte man aber besser meiden.

Einfache Steuerung, gute Ausdauer

Die Steuerung der Nothing Ear Stick ist unkompliziert. Um die Wiedergabe zu pausieren und Titel vor- oder zurückzuspringen, presst man einen der Fortsätze ein-, zwei- oder dreimal. Die Lautstärke regelt man, indem man links oder rechts länger drückt. In der App kann man die Belegung nach den eigenen Wünschen anpassen.

An der Ausdauer der Ear Stick gibt’s auch nichts zu meckern. Sie halten bis zu sieben Stunden durch, das Ladecase hat Reserven für rund 22 Stunden. Nach zehn Minuten in der Box haben leere Ohrhörer wieder Saft für etwa zwei Stunden Musikgenuss. Das Case kann nur per USB-C-Kabel betankt werden, induktiv lädt es nicht.

Unter Preisdruck

Die Nothing Ear Stick kosten 119 Eur, 20 Euro mehr als der Startpreis der Ear (1). Damit wären sie trotz eines klareren Klangs und einer besseren Steuerung eigentlich nur die zweite Wahl für die meisten potenziellen Nutzer. Doch der Hersteller hat die Ear (1) gleichzeitig um 50 Euro verteuert.

Angesichts der allgemeinen Preissteigerungen ist das Vorgehen teilweise nachvollziehbar, Nothing legt sich damit aber auch selbst Steine in den Weg. Denn ohne Design-Bonus ist das Preis-Leistungs-Verhältnis der Ohrhörer so nicht mehr konkurrenzlos gut. Eine starke und preiswertere Alternative zu den Ear Stick sind unter anderem die Google Pixel Buds A für 99 Euro.

Lesen Sie hier den vollständigen Artikel.
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