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iPad 10 und iPad Pro im Test: So gut sind die neuen Apple-Tablets

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Die zehnte iPad-Generation verabschiedet sich von einigen gewohnten Dingen. Tschüss dicke Bildschirmränder, tschüss Home-Button und tschüss Lightning-Anschluss. Und nicht zuletzt: Tschüss Klinkenbuchse für den Kopfhörer. Doch kein Goodbye ohne Hello! Neu sind: bunte Farben und dank USB-C problemloser Anschluss von externen Festplatten und Bildschirmen. Und heller TouchID-Sensor im Ein-/Ausschalter am Geräterand.

All der Verzicht hat einen deutlichen Effekt: Obwohl das neuste iPad rund zwei Zentimeter kürzer ausfällt als das Vorgängermodell, ist der Bildschirm größer geworden. Er verfügt jetzt über eine Bildschirmdiagonale von 10,9 Zoll (27,69 cm) statt bisher 10,2 Zoll (25,91 cm). Kleineres Gehäuse, größerer Bildschirm: Dieses Konzept überzeugt.

Apropos Display: Mit einer Auflösung von 2360 x 1640 Pixel erscheinen alle Details knackig scharf. Die Farbdarstellung und die Kontrastwerte liegen in der oberen Mittelklasse. Für alle Alltagsanwendungen reicht das völlig aus. Das Display des iPad Pro mit der Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung und einer extrem hohen Auflösung von 2732 x 2048 Pixel spielt aber in einer anderen Liga.

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Im neuen iPad 10 steckt Apples Chip A14 Bionic, den wir vom iPad Air (2020) und den verschiedenen iPhone-12-Modellen her kennen. Dieses System ist also nicht gerade taufrisch, aber immer noch sehr schnell.

Während viele das Chip-Upgrade kaum bemerken werden, fällt die neue Position der Kamera vorn auf der Displayseite sofort ins Auge. Im Gegensatz zum iPad Pro und iPad mini sitzt sie nun nicht mehr an der kurzen Seite, sondern ist in die Mitte der langen Seite gewandert. In Videocalls mit FaceTime, Zoom, Teams und anderen Apps schaut man damit seinem Gegenüber virtuell direkt in die Augen und nicht mehr – wie bislang – immer ein wenig vorbei.

Teure iPad-Tastatur

Überzeugend fällt auch die neue iPad-Tastatur (Magic Keyboard Folio) aus, mit der man flott und ohne Hakeleien tippen kann. Sie verfügt über 14 Funktionstasten, mit denen man etwa Lautstärke und Bildschirmhelligkeit justieren kann.

Das Magic Keyboard Folio besteht aus zwei Teilen: der eigentlichen Tastatur, die magnetisch am Smart Connector an der Kante des iPad befestigt wird, und einer magnetisch anhaftenden Rückwand, mit der man das iPad wie einen Laptop-Bildschirm aufstellen kann.

Das ist alles sehr solide und wertet das iPad enorm auf. Kritikwürdig an dem nützlichen Zubehör ist nur der Preis. Apple verlangt dafür knapp 300 Euro. Bei Microsoft sind Profi-Tastauren für die Surface-Tablets für 180 Euro zu haben. Dieser große Preisunterschied ist bei ähnlicher Qualität nur schwer zu rechtfertigen.

Falten auf der Stirn erzeugt auch die Entscheidung von Apple, dass das iPad-Grundmodell nur mit dem Apple Pencil der ersten Generation kompatibel sein kann. Der erste digitale Apple-Stift verfügt über einen Lightning-Stecker zum Koppeln und Aufladen. Die dazu passende Buchse hat Apple beim iPad 10 aber gerade abgeschafft.

Für zehn Euro erhalten die Kundinnen und Kunden eine unelegante Krückenlösung: einen kleinen Adapterstecker von USB-C auf Lightning. Wer mit dem Apple Pencil auf dem iPad 10 arbeiten will, schafft sich am besten gleich einen Ersatzadapter an, denn solche Miniteile verschwinden gerne immer dann spurlos, wenn man sie benötigt.

Apropos Adapter: Wer seine Kopfhörer mit Klinkenstecker anschließen will, braucht jetzt auch einen: von Klinke auf USB-C (10 Euro).

iPad Pro ist noch kräftiger geworden

Während Apple beim normalen iPad viel geändert hat, bleibt beim neuen iPad Pro vieles beim Alten. Beide Pro-Modelle (12,9-Zoll 11-Zoll) haben immerhin einen neuen Hauptprozessor, den M2-Chip. Dieses System steckt auch im aktuellen MacBook Pro und dem neusten MacBook Air.

Das iPad Pro war aber auch schon mit dem M1-Prozessor ein Leistungsmonster. Mit dem M2 ist es nun noch ein wenig kräftiger geworden. Es gibt kein Android-Tablet, das hier auch nur in Ansätzen mithalten könnte.

In der Profivariante des M2-Prozessors greift die Grafik-Einheit auf zehn Grafikkerne zu, nicht nur auf acht wie beim MacBook Air. Die eigentliche Rechenarbeit erledigen acht CPU-Kerne, je vier für alltägliche und besonders rechenintensive Aufgaben. Damit ist das iPad Pro die ideale Maschine für Medienprofis, die unter anderem Videos in 4K-Auflösung mit Apps wie Luma Fusion oder DaVinci Resolve bearbeiten.

Ein Fazit des Praxistests mit dem neuen iPad Pro lautet allerdings, dass das Vorgängermodell mit dem M1-Chip auch schon super war. Der Power-Zuwachs mit dem M2 macht das Gerät zukunftssicher.

iPad Pro kann mit flottem WLAN funken

Ebenso das neue WLAN. Das iPad Pro kann jetzt mit dem neuen Standard Wi-Fi 6E funken. Dafür ist auch hierzulande das für WLAN verfügbare Funkspektrum nahezu verdoppelt worden, darunter ein großer Frequenzblock im 6-GHz-Bereich. Um von der höheren Bandbreite profitieren zu können, muss man auf der Gegenseite aber auch einen Router einsetzen, der schon Wi-Fi 6E beherrscht.

Bei zwei Themen wird die iPad-Pro-Fraktion neidisch auf das kleinere iPad 10 schauen. Zum einen hätten die Profis die Kamera für Videokonferenz wie beim Grundmodell auch gerne in der Mitte der längeren Seite. Doch bei den iPad-Spitzenmodellen ist die Selfie-Kamera weiterhin auf der kurzen Seite zu finden.

Der „Haben-Wollen-Reflex“ wird auch bei der externen Tastatur einsetzen. Obwohl das „Magic Keyboard“ noch mehr kostet, sucht man die neuen Funktionstasten des Folio-Modells für das iPad 10 vergebens.

Dafür passt alles beim Apple Pencil. Die Pro-Modelle arbeiten mit der zweiten Generation des Stiftes zusammen, der an der langen Seite des iPads geladen werden kann. Interessant ist die neue Funktion „Apple Pencil Hover“, mit der das iPad Pro genau anzeigt, wo der Apple Pencil auf dem Display aufsetzen wird. Das hilft etwa dabei, mit noch größerer Präzision zu illustrieren.

Fazit: Das iPad 10 rückt mit seinen Leistungsmerkmalen dem höherklassigen iPad Air dicht auf die Fersen. Es glänzt mit Funktionen, die zum Teil nicht einmal das iPad Pro bietet. Mit Preisen zwischen 579 und 979 Euro hat es aber den Status eines Einsteiger-Tablets verloren. Diese Rolle übernimmt das Vorgängermodell, das iPad der 9. Generation, das von Apple weiterhin ab 429 Euro angeboten wird.

Beim iPad Pro hat Apple viel bewährte Technik mit einem neuen Kern kombiniert und wird mit diesem Tablet bei allen Leistungs-Rankings unangefochten auf Platz 1 stehen. Dafür müssen die Käufer tief in die Tasche greifen. Die Preise für das kleinere 11-Zoll-Model starten bei 1049 Euro. Das von uns getestete 12,9-Zoll-Modell ist ab 1449 Euro zu haben. In der umfangreichsten Variante mit zwei Terabyte Speicher und Mobilfunk wird sogar die Schwelle von 3000 Euro um 24 Euro überschritten. Das ist sehr viel Geld – insbesondere wenn man bedenkt, dass bestimmte Innovationen wie der bessere Platz für die Selfie-Kamera von Apple gar nicht umgesetzt wurden.

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