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Niederlande verpassen WM-Durchmarsch

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Das haben sich die Niederländer gehörig anders vorgestellt: Der Durchmarsch in die K.-o.-Runde dieser Fußball-Weltmeisterschaft gelingt gegen Ecuador nicht. Gegen die Südamerikaner spielen sie nachlässig. Deren Star Énner Valecia trifft schon wieder, muss dann aber mit der Trage vom Platz.

Das schnellste Tor der bisherigen WM hat den Niederlanden nicht zum vorzeitigen Achtelfinal-Einzug gereicht, stattdessen sprengte Énner Valencia mit seinem Treffer für die Geschichtsbücher die Oranje-Party. Die Elftal von Louis van Gaal kam in ihrem zweiten WM-Spiel gegen Ecuador trotz der Blitz-Führung durch Cody Gakpo (6. Minute) nur zu einem 1:1 (1:0).

„Wir haben den Ball zu schnell verloren und zu langsam gespielt. Sie waren deutlich aggressiver. Aber am Ende haben wir immerhin ein Ergebnis geholt“, sagte van Dijk. Auch van Gaal bemängelte, sein Team habe nicht entschlossen genug agiert. „Ecuador war heiß, gewann jeden Zweikampf.“ Valencia (49.) sorgte mit seinem sechsten WM-Tor in Serie für ein Kunststück, das vor ihm nur drei anderen Spielern gelungen war.

Bondscoach van Gaal sagte verstimmt: „Wenn wir Weltmeister werden wollen, müssen wir uns verbessern.“ Zuvor ließ er seinen lange verletzten Star Memphis Depay erneut zunächst nur auf der Bank. Das war in Ordnung, denn wie schon im ersten Spiel lieferte der junge Gakpo. Bei seinem satten Schuss von der Strafraumgrenze ins linke Eck war Ecuadors Torwart Hernán Galindez ohne Chance. Für den Offensivspieler der PSV Eindhoven war es das zweite Tor bei dieser WM, dabei hat der 23-Jährige erst insgesamt elf Länderspiele absolviert.

Und van Gaal sah sich in seinen Worten vor dem Spiel bestätigt. „Er ist ein Spieler mit ganz viel Talent, aber er ist sehr jung. Ob er hier schon zum Star wird, weiß ich nicht. Aber das Potenzial hat er. Er kann ein Star werden“, hatte der 71-Jährige gesagt. Gakpo, der im Vergleich zum 2:0 gegen den Senegal etwas offensiver spielte, war erst der zweite niederländische Spieler, dem in seinen ersten beiden WM-Spielen ein Tor gelang. Der erste war – natürlich – Depay 2014 in Brasilien. Für Ecuador war es das erste Gegentor nach beachtlichen 701 Minuten.

Sechstes WM-Tor nacheinander für Valencia

Doch der weitere Verlauf der ersten Halbzeit dürfte dem Disziplinfanatiker van Gaal keineswegs gefallen haben. Ecuador bekam immer mehr Zugriff auf das Spiel, wurde immer selbstbewusster. In vielen Offensivaktionen, die vor allem über die Flügel erfolgten, fehlte nur der letzte Pass. Also zog Valencia einfach mal aus gut 20 Metern ab. Doch der Doppeltorschütze vom 2:0-Auftaktsieg der Südamerikaner gegen Katar scheiterte an Oranje-Keeper Andries Noppert.

In der Nachspielzeit erhielt die Elftal doch noch die Quittung für ihre immer passiver werdende Verteidigung – dachten zumindest die 44.833 Fans im Khalifa International Stadion. Zwar beförderte Pervis Estupiñán (45.+3) den Ball ins Tor, doch der im Abseits stehende Jackson Porozo versperrte Noppert die Sicht. Schiedsrichter Mustapha Ghorbal aus Algerien gab den Treffer zurecht nicht.

Van Gaal reagierte trotzdem, brachte Depay für den wirkungslosen Steven Bergwijn. Doch das Tor schoss Ecuador – und diesmal zählte es. Ein Schuss von Estupiñán wehrte Noppert direkt vor die Füße von Valencia ab, der bereits sein drittes Tor des Turniers erzielte. Für den 33-Jährigen war es sein sechstes WM-Tor nacheinander ohne, dass ein anderer für Ecuador getroffen hatte. Sechs WM-Tore am Stück für ein Land waren laut Datendienstleister Opta zuvor nur Portugals Eusebio 1966, Italiens Paolo Rossi 1982 und dem Russen Oleg Salenko 1994 gelungen. In der 90. Minute musste Valencia allerdings verletzt mit einer Trage vom Platz gebracht werden.

In der Heimat dürfte Valencia damit eine massive Party ausgelöst haben. Das Bildungsministerium des Landes hatte eigens für das Spiel alle Schulen und Universitäten geschlossen, um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Die Partie war um 11.00 Uhr ecuadorianischer Zeit angepfiffen worden. Und pünktlich zur Mittagszeit wurde es noch besser. Gonzalo Plata (59.) traf mit seinem herrlichen Schlenzer die Latte, zur Führung fehlten nur Zentimeter.

Quelle: ntv.de, Tom Bachmann, Carsten Lappe, Miriam Schmidt und Christoph Lother, dpa

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