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Immer weniger Identifikation mit DFB-Nationalmannschaft

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Der Sportwissenschaftler Harald Lange sieht eine Kluft zwischen der Fußballbasis und dem Nationalteam. Kritik am DFB werde nicht gehört.

Der Würzburger Sportwissenschaftler Harald Lange sieht eine wachsende Kluft zwischen breiten Schichten der Gesellschaft und der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. „Früher hat es die Stärke des Fußballs ausgemacht, dass es gewissermaßen einen roten Faden gab vom Kinder- und Jugendfußball über den Amateursport bis in die Nationalmannschaft hinein, mit der man sich wunderbar identifizieren konnte“, sagte Lange dem „Tagesspiegel am Sonntag“. „Das fällt vielen Jugendlichen und auch Erwachsenen immer schwerer.“ Die deutsche Elf bestreitet an diesem Sonntag bei der WM in Katar ihr zweites Spiel gegen Spanien.

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Kaum Beteiligung der lokalen Vereine

Lange beklagte, dass die in der Gesellschaft bestehende „Kritik am Konstrukt Profifußball“ von der Deutschen Fußball-Liga und insbesondere vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) „kaum zur Kenntnis genommen“ werde. „Das System DFB ist vollkommen unbeweglich“, sagte der Leiter des Instituts für Sportwissenschaft an der Uni Würzburg. Trotz der Kritik am Wahlsystem beim DFB-Bundestag und an der fehlenden Partizipation der Basis in den 25.000 Fußballvereinen in Deutschland sei bislang nichts unternommen worden, um dies zu verändern.

„Wir befinden uns mitten drin im gesellschaftlichen Wandel, und mir scheint, als hätte die DFB-Spitze auch hier weder ein Konzept noch eine tragfähige Vision“, kritisierte Lange, der zu den Gründern des Instituts für Fankultur in Würzburg und Frankfurt am Main gehört. Die „Hilflosigkeit in der aktuellen Debatte um Diversität“ zeuge „von Konzeptlosigkeit und fügt dem Verband einen riesengroßen Imageschaden zu“, sagte er weiter.

Lob für Goretzka

Lange bezeichnete den DFB-Mittelfeldspieler Leon Goretzka als „das moralische Gewissen dieser Mannschaft“. Nach den Worten des Sportwissenschaftlers könnte man einige der Fans, die die WM jetzt boykottieren, wieder zurückgewinnen, wenn es nicht nur Goretzka, sondern auch anderen Spielern gelingen würde, „ein authentisches Zeichen gegen die Zustände in Katar zu setzen“.

Noch vor einem Jahr hatte der damalige Interims-Präsident Rainer Koch Kritik am DFB abgewiegelt und die Bedeutung der Amateure im krisengeschüttelten Verband hervorgehoben. „Leider ist das Bild des DFB in diesen Tagen in der Öffentlichkeit kein gutes, sicher sehen das viele von Euch so. Auch ich sehe das so“, sagte Koch während seiner Rede beim Verbandstag des Hessischen Verbandes im September 2021. „Aber es ist beileibe nicht so, wie es gerne pauschal nach außen getragen und medial verbreitet wird. Der DFB ist kein Sanierungsfall.“

Der neue DFB-Chef Bernd Neuendorf ist eigentlich ein Vertreter des Amateur-Lagers. „Der Fußball muss wieder im Mittelpunkt stehen, nicht die Querelen an der Spitze des Verbandes“, hatte er in seiner Antrittsrede gesagt.

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