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Fußball-WM: Unter Tränen wahren die Iraner ihre Chance

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Der zweite Auftritt der Iraner löste erneut viele Gefühle aus – diesmal zeigte die Mannschaft allerdings auch großen Fußball. Durch das hochverdiente 2:0 (2:0) über Wales wahrten die Spieler ihre Chance auf das Achtelfinale.

Es waren erneut bewegende Bilder. Die iranische Nationalmannschaft stand bereit, die Hymne erklang. Die Frage, die sich die vielen iranischen Fans im Ahmed bin Ali Stadion stellten, lautete erneut: Singen sie oder schweigen sie erneut? Die Antwort darauf zeigte die ganze Zerrissenheit vieler iranischer Menschen – zwischen der Suche nach Formen des Protests und der Angst vor Repressalien durch das Regime. Ein Teil des Teams um Kapitän Ehsan Hajsafi sang mit, drei Spieler taten es nicht. Manche bewegten die Lippen so zaghaft, dass wohl kaum ein Ton herauskommen konnte.

Auf der Tribüne weinten erneut mehrere Anhänger – genau wie vor dem WM-Auftakt beim 2:6 gegen England, als die Spieler ein starkes und vor allem mutiges Zeichen gesetzt hatten und – alle – bei der Hymne („bleibt ewig beständig – Islamische Republik“) geschwiegen hatten. Die Unruhen im Iran und die blutige Reaktion des Mullah-Regimes – sie waren auch am Mittwoch, beim zweiten WM-Spiel gegen Wales allgegenwärtig.

Noch emotionaler wurde es dann in der 98. Minute, als die iranischen Spieler wie entfesselt jubelten und die Fans euphorisch feierten: Ausgerechnet Rouzbeh Cheshmi, der Defensivspezialist, hatte den Iran mit einem Distanzschuss in Führung gebracht. Zwei Minuten später wurde es noch lauter, als Ramin Rezaeian zum 2:0 (0:0)-Endstand traf. Dem Torschützen schossen vor Freude die Tränen in die Augen. Durch den hochverdienten Sieg wahren die Iraner ihre Chancen, das Achtelfinale zu erreichen.

Großer, leidenschaftlicher Kampf des Iran

Diesmal hatte das „Team Melli“, wie die Mannschaft genannt wird, deutlich besser und vor allem entschlossener gespielt. Queiroz hatte umgestellt. Er löste die Fünfer-Kette auf, stellte offensiver auf und ein. So gelangen viele Balleroberungen. Die Waliser konnten mehrfach ausgekontert werden. Nach einem schnellen Doppelpass zwischen Ali Gholizadeh und dem Leverkusener Sardar Azmoun, der neu ins Team gerückt war, konnte sogar ein früher Treffer erzielt werden (16. Minute) – allerdings stand Gholizadeh im Abseits.

Nach dem Wechsel lieferte der Iran dann einen großen, leidenschaftlichen Kampf. In der 52. wurde deutlich, mit wie viel Willen sich das Team gegen das drohende WM-Aus stemmte. Nacheinander trafen Azmoun und Golizadeh beide Pfosten. Dies beflügelte. In den folgenden Minuten wurde Wales tief in die eigene Hälfte gedrückt – und Azmoun blieb auffällig. Der Stürmer, bei dessen Namensnennung vor Anpfiff Jubel ausgebrochen war, weil der 27-Jährige deutliche Regime-Kritik geübt hatte („Schämt euch alle. Lang leben die iranischen Frauen!“), scheute keinen Zweikampf, bis er in der 68. Minute verletzt ausgewechselt wurde.

Dramatisch wurde es in der 84. Minute, als Mehdi Taremi in das weit hochgezogene Bein des aus seinem Tor geeilten Wayne Hennessey rannte. Schiedsrichter Mario Escobar zeigte dem walisischen Keeper zunächst Gelb – korrigierte sich nach dem Gang in die Reviewarea auf Rot. Dann folgte die emotionale Schlussphase – mit einem erkämpften Happy End für die Iraner.

Die Hoffnungen, sich bei der WM durchsetzen, leben also fort – die belastenden Nachrichten aus der Heimat werden die Spieler des Iran aber auch in den kommenden Tagen weiter begleiten.

Am Spieltag war bekannt geworden, dass tags zuvor der ehemalige Nationalspieler Voria Hafouri verhaftet worden war. Dem 35-Jährigen werden nach Angaben der regierungsnahen Nachrichtenagentur Tasnim Propaganda gegen die Regierung sowie Beleidigung der Nationalmannschaft vorgeworfen. Ghafouri zählt seit Jahren zu den Regime-Kritikern. Er hatte sich deutlich gegen Diskriminierung von Frauen eingesetzt, weswegen er bei seinem Klub Esteghlal Teheran bereits im vergangenen Jahr entlassen worden war. Zuletzt hatte er auch die brutalen Polizeieinsätze verurteilt.

Am Dienstag treffen die Iraner nun auf die USA. Wales muss gegen England antreten.

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