Es ist eines der brisantesten Spiele im deutschen Profifußball. Am Sonntag empfängt Eintracht Braunschweig in der 2. Liga Hannover 96 zum Derby. Jetzt wurden zwei Braunschweig-Profis auf widerliche Art und Weise bedroht. Wohl von Hannover-Fans. Die Spieler erstatteten Anzeige.
Wenige Tage vor dem brisanten Derby gegen Hannover 96 sind zwei Spieler des Zweitligaklubs Eintracht Braunschweig von Unbekannten bedroht worden. Wie der Klub mitteilte, fanden die beiden Fußballprofis jeweils vor ihrer Haustür Schmierereien sowie blau-gelbe Kreuze mit Datum vom Sonntag vor. Zudem seien an beiden Tatorten am Boden verteilte Flüssigkeiten gefunden worden.
Die Polizei bestätigte die Vorfälle und geht davon aus, dass beide Taten im Zusammenhang mit dem Derby am Sonntag (13.30 Uhr/Sky und im WELT-Liveticker) stehen. „Die entsprechenden Spieler haben Anzeige bei der Polizei erstattet“, teilte die Eintracht mit. „Was hier heute Nacht passiert ist, damit wurden alle Grenzen deutlich überschritten“, kritisierte Geschäftsführer Wolfram Benz: „Spieler und ihre Familien zu bedrohen, ist völlig inakzeptabel, solche Aktionen sind einfach nur beschämend. Was hat das noch mit Rivalität vor einem Derby zu tun? Solche Aktionen sind einfach nur beschämend.“
Rivale Hannover 96 verurteilte die Vorfälle ebenso und reagierte sofort mit einer Stellungnahme: „Hier werden eindeutig Grenzen überschritten“, wurde 96-Prokurist Christian Katz zitiert: „Wir hoffen auf eine schnelle Identifizierung der Täter und werden die Ermittlungen der Polizei in dem uns möglichen Maße unterstützen.“
Appell an die Fans, cool zu bleiben
Braunschweigs Benz bekräftigte, alles Notwendige dafür zu tun, „damit sich unsere Spieler und ihre Familien sicher fühlen können“. Er appelliere an die eigenen Fans, cool zu bleiben und sich nicht „aus der Emotion heraus zu unüberlegten Aktionen hinreißen“ zu lassen.
Die Bedrohung zweier Eintracht-Spieler steht in einer Reihe von Provokationen, geschmacklosen Aktionen und Grenzüberschreitungen rund um die Fußball-Duelle zwischen Eintracht und 96. Vor dem Bundesliga-Derby im November 2013 wurde ein Schwein mit einem 96-Schal um den Hals in der Innenstadt von Hannover ausgesetzt. Vor dem Braunschweiger Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim drangen Unbekannte im vergangenen Februar in das Eintracht-Stadion ein und malten mit Öl eine große „96“ in den Mittelkreis des Spielfelds.
„Ich kann diese Entwicklung überhaupt nicht verstehen. Was viele Fans aus dieser Rivalität machen, ist nicht gesund und zu verurteilen“, sagte der frühere Braunschweiger Nationalspieler Bernd Gersdorff. „Es gibt da eine historisch gewachsene Rivalität. Aber wenn man ehrlich ist: Zu meiner Zeit war das noch kein großes Thema, vor allem nicht für uns Spieler. Heute brauchst du Hunderte von Polizisten, um so ein Spiel zu schützen.“