Neueste Nachrichten und Updates

Ukrainische Soldaten im Donbass: „Die Russen sind wie Zombies“

0 12

Kälte, Krankheit und der Tod lauern an der Front im Donbass. Die Moral der ukrainischen Kämpfer ist hoch. Aber der Winter macht ihnen immer mehr zu schaffen: „Die Stiefel der Soldaten sind immer nass, sie schlafen nur sehr sporadisch.“

Noch hat der Winter nicht begonnen, doch Nässe und Kälte setzen den ukrainischen Soldaten im Donbass im Osten der Ukraine schon jetzt zu. „Wir leben buchstäblich in einem Sumpf“, sagt ein 30-Jähriger, der sich im Krieg Kit nennt. „Als ich gestern ins Krankenhaus ging, sah ich aus wie ein großer Haufen Schlamm.“ Immer mehr Soldaten werden krank, viele leiden unter dem sogenannten Grabenfuß, einer gefürchteten Infektion der Füße.

Ukrainischer Panzerfahrer – der Gefechtslärm an der Front ist ohrenbetäubend.

(Foto: picture alliance / AA)

„Die Stiefel der Soldaten sind immer nass, sie schlafen nur sehr sporadisch“, schildert ein 24-Jähriger mit Spitznamen Taller, der bei einer Spezialeinheit im Donbass kämpft. Stecken Füße zu lange in feuchten Schuhen und werden gleichzeitig beansprucht, entzünden sie sich. Unbehandelt kann der Grabenfuß, unter dem Soldaten massenhaft im Ersten Weltkrieg litten, sogar tödlich sein. „Die Infanterie ist das Herzstück jeder Armee, und sie leidet sehr“, sagt Taller.

Seit dem Rückzug des russischen Militärs aus der südukrainischen Stadt Cherson Anfang des Monats ist der Donbass im Osten des Landes der Hauptschauplatz der Kämpfe. Die widrigen Witterungsbedingungen halten die russischen Truppen nicht von Angriffen ab. „Die Russen sind wie Zombies. Man schießt auf sie, und es kommen immer mehr“, sagt Kit.

Um die ukrainischen Soldaten für den Winter zu rüsten, haben Freiwillige in der Nähe der Front große Lager mit gespendeten Hilfsgütern angelegt. „Warme Kleidung ist sehr gefragt, lange Unterwäsche, Grippemittel, Heiltee und schmerzstillende Salbe“, sagt Slawa Kowalenko, der in einem dieser Depots in der Stadt Slowjansk arbeitet. „Jeder, der hierherkommt, fragt danach.“ Woche für Woche verteile er Tausende Kilo an Kleidern, Medikamenten, Kerzen und Konserven, sagt Kowalenko.

„Vielleicht erfrieren wir“

Am Stadtrand von Bachmut ist die Front zu sehen: Reihen von ukrainischen Artilleriegeschützen und Panzern säumen die braune Landschaft. Der Gefechtslärm ist ohrenbetäubend. Ein Soldat beobachtet rauchend von einem Hügel aus das Geschehen. „Wir bereiten uns auf eine Gegenoffensive vor“, sagt der Mann mit dem Kampfnamen Rambo. „In diesem Gebiet haben wir unsere Truppen verstärkt“, sagt ein anderer Soldat mit dem Spitznamen IT Guy. „Unsere Moral ist sehr hoch“, beteuert er.

Angesichts der zunehmenden Verluste bei den Kämpfen hat der Kreml seine Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur verdoppelt und zerstört mit Drohnen und Marschflugkörpern Kraftwerke. Immer häufiger fällt der Strom aus. Die Krankenhäuser in der Nähe der Front sind zur Versorgung der Soldaten und Zivilisten auf Generatoren angewiesen.

„Die Art und Weise, wie sie kämpfen und die zivile Infrastruktur angreifen, kann nur wütend machen“, sagt Oleksij Jakowlenko von der Klinikverwaltung in Kramatorsk. Aufgeben kommt für ihn dennoch nicht infrage. „Wenn sie von uns erwarten, dass wir auf die Knie fallen und zu ihnen kriechen – das wird nicht passieren.“

In den Wohnblocks im 40 Kilometer entfernten Lyman gibt es schon seit dem Frühjahr keinen Strom und kein Gas mehr. Die Stadt liegt in Trümmern. Die wenigen verbliebenen Bewohner sind zu arm oder zu alt, um wegzugehen. Sie sind auf die Unterstützung von Hilfsorganisationen angewiesen, heizen kann nur, wer Holz hat. „Ich weiß nicht, wie wir den Winter überstehen werden“, sagt die 62-jährige Tatjana Kutepowa. „Vielleicht erfrieren wir, und dann bringen sie uns auf unseren Friedhof.“

Lesen Sie hier den vollständigen Artikel.
Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Cookies, um Ihr Erlebnis zu verbessern. Wir gehen davon aus, dass Sie damit einverstanden sind, aber Sie können sich abmelden, wenn Sie dies wünschen. Annehmen Weiterlesen

Datenschutz- und Cookie-Richtlinie