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Neue private Militärorganisation: Bekommen Prigoschins Söldner Konkurrenz?

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Russlands Ultranationalisten setzen Putin nach militärischen Niederlagen unter Druck – darunzer auch der als „Putins Koch“ bekannt gewordene Wagner-Chef Prigoschin. Dem ukrainischen Geheimdienst zufolge unterstützen hohe russische Beamte deshalb nun einen Rivalen Prigoschins.

Russische Funktionäre sollen nach Angaben des ukrainischen Militärnachrichtendienstes HUR versuchen, ein militärisches Gegengewicht zur Söldnergruppe Wagner aufzubauen. Der kremlnahe Geschäftsmann Armen Sarkisyan versuche demnach, ein neues „privates Militärunternehmen“ zu schaffen, um Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin Konkurrenz zu machen. Sarkisyan soll dem ehemaligen ukrainischen Regierungschef Wiktor Janukowytsch nahestehen.

Erst vor Kurzem sei Sarkisyan zum neuen Verwalter der Gefängnisse in den von Russland besetzten Gebieten in der Ukraine ernannt worden, heißt es. Er verfolge das Ziel, Prigoschins Quasi-Monopol auf private Militärunternehmen in Russland mit seiner neuen Firma zu zerschlagen. Der russisch-armenische Milliardär und Geschäftsmann Samvel Karapetyan soll Sarkisyan bei seinem Vorhaben finanziell unterstützen. Karapetyan ist Inhaber der Tashir-Gruppe, einer Zulieferfirma des russischen Gaskonzerns Gazprom.

Der russische Präsident Wladimir Putin steht nach herben Niederlagen im Ukraine-Krieg, zuletzt durch Gefechte in der strategisch wichtigen Region Cherson, innenpolitisch unter Druck. Die US-amerikanische Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) erklärte bereits Ende Oktober, Prigoschin und seine Söldner könnten eine Bedrohung für Putins Macht darstellen. Mehrere Lageberichte des ISW legen nahe, dass Prigoschin Unterstützer um sich schart, um eine Truppe aufzubauen, die sich der direkten Kontrolle des Moskauer Verteidigungsministeriums entzieht.

Ende September räumte Prigoschin ein, die Wagner-Gruppe im Jahr 2014 gegründet zu haben, um in der Ukraine zu kämpfen. Er gestand zudem die Präsenz der Söldner in Afrika, dem Nahen Osten und Lateinamerika ein. Die paramilitärische Gruppe steht seit Jahren im Verdacht, an verschiedenen Konfliktschauplätzen im Verborgenen für den Kreml zu arbeiten.

Auch Kadyrow will Miliz ausbauen

Moskau hatte dies stets bestritten und jegliche Verbindung mit den Söldnern verneint. Die Wagner-Truppe machte Schlagzeilen, da sie vermehrt in russischen Straflagern Gefangene für den Ukraine-Krieg rekrutierte. Prigoschin soll persönlich in einem Lager um Rekruten geworben haben.

Sarkisyan will sich laut ukrainischem Militärnachrichtendienst mit seinem neuen Unternehmen an diesen Methoden orientieren und ebenfalls Gefangene rekrutieren. Nach Einschätzung des ISW muss Sarkisyan auf die Unterstützung hochrangiger Beamter des Kremls zählen können, da private Militärfirmen in Russland eigentlich verboten sind. Auch dem Tschetschenen-Führer Ramsan Kadyrow sollen Funktionäre dabei helfen, seine paramilitärischen Strukturen innerhalb der russischen Streitkräfte auszubauen, um Prigoschins Einfluss auf die Ultranationalisten zu begrenzen.

Kadyrow selbst gab auf Telegram an, sich am 25. November dieses Jahres mit Putin getroffen zu haben. Dabei sei der Aufbau eines neuen russischen Militärs und die Teilnahme tschetschenischer Einheiten am Ukraine-Krieg besprochen worden, behauptet er. Kadyrow hatte nach Angaben des ISW in der Vergangenheit mehrmals versucht, paramilitärische Strukturen unter russischen Truppen aufzubauen. Auch er hatte die russische Kriegsführung gegen die Ukraine immer wieder scharf kritisiert.

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