Neueste Nachrichten und Updates

Marktkirche Hannover will von Schröder gestiftetes Fenster einbauen

0 9

Die Marktkirche in Hannover erhält zum Reformationstag 2023 ein neues Kirchenfenster. Weil Altkanzler Gerhard Schröder Spenden für das Werk eingeworben hatte, verschob die Gemeinde den Einbau zunächst. Inzwischen wurden Schröders Spenden umgewidmet. Das Fenster soll doch eingesetzt werden.

Die Marktkirche Hannover will das umstrittene, ursprünglich von Altkanzler Gerhard Schröder als Geschenk gedachte „Reformationsfenster“ des Künstlers Markus Lüpertz im kommenden Jahr einbauen. „Das Fenster wird am Reformationstag, am 31. Oktober 2023, eingeweiht, die Bauarbeiten beginnen zum Spätsommer“, teilten Marktkirchen-Pastor Marc Blessing und Kirchenvorstandsvorsitzender Martin Gemeroth am Sonntag in Hannover mit.

Die von Schröder eingeworbenen Spenden für das Fenster waren zuvor aufgrund dessen Haltung zum Ukraine-Krieg umgewidmet worden. Sie sollen nun Geflüchteten aus der Ukraine zugutekommen. Insgesamt hatte der Altkanzler für das 13 Meter hohe Fenster 135.000 Euro eingeworben.

Es zeigt eine große weiße Figur, die Martin Luther (1483-1546) darstellen soll, sowie andere Motive mit Bezug zur Reformation. Seit Monaten lagert das Werk in einer Glasmanufaktur im hessischen Taunusstein.

Die Marktkirche stoppte den Einbau im März mit der Begründung, Schröder habe sich nicht ausreichend vom russischen Angriffskrieg und von Präsident Wladimir Putin distanziert. „Es ist uns wichtig, Fenster und den Namen Schröder voneinander zu trennen“, sagte Stadtsuperintendent Rainer Müller-Brandes.

Spender verlangte 15.000 Euro zurück

Lediglich ein Geldgeber habe seine Spende in Höhe von 15.000 Euro zurückverlangt, sagte Gemeroth. Damit stünden den ukrainischen Geflüchteten 120.000 Euro an Hilfsgelder zu. Sie sollen unter anderem für Deutschkurse, Ferienprogramme, Essensausgaben, einen Koordinator der Hilfsangebote sowie ein Gemeindehaus ausgegeben werden, das in Wohnungen für ukrainische Familien umgebaut werden soll.

Allerdings ist die Umwidmung nur symbolisch: Tatsächlich wurde das Geld bereits für das Fenster ausgegeben und muss nun erneut eingeworben werden. „Wir haben dafür bereits einige größere Zusagen“, sagte Blessing.

Der in Hannover lebende Schröder war Ehrenbürger seiner Heimatstadt, gab diese Ehrenbürgerschaft aber im März zurück. Er kam damit einer Aberkennung wegen seiner Nähe zum russischen Präsidenten Putin zuvor.

Hier können Sie unsere WELT-Podcasts hören

Um eingebettete Inhalte anzuzeigen, ist deine widerrufliche Einwilligung in die Übermittlung und Verarbeitung von personenbezogenen Daten notwendig, da die Anbieter der eingebetteten Inhalte als Drittanbieter diese Einwilligung verlangen [In diesem Zusammenhang können auch Nutzungsprofile (u.a. auf Basis von Cookie-IDs) gebildet und angereichert werden, auch außerhalb des EWR]. Indem du den Schalter auf „an“ stellst, stimmst du diesen (jederzeit widerruflich) zu. Dies umfasst auch deine Einwilligung in die Übermittlung bestimmter personenbezogener Daten in Drittländer, u.a. die USA, nach Art. 49 (1) (a) DSGVO. Mehr Informationen dazu findest du . Du kannst deine Einwilligung jederzeit über den Schalter und über Privatsphäre am Seitenende widerrufen.

„Kick-off Politik“ ist der tägliche Nachrichtenpodcast von WELT. Das wichtigste Thema analysiert von WELT-Redakteuren und die Termine des Tages. Abonnieren Sie den Podcast unter anderem bei Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music oder direkt per RSS-Feed.

Lesen Sie hier den vollständigen Artikel.
Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Cookies, um Ihr Erlebnis zu verbessern. Wir gehen davon aus, dass Sie damit einverstanden sind, aber Sie können sich abmelden, wenn Sie dies wünschen. Annehmen Weiterlesen

Datenschutz- und Cookie-Richtlinie