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„Die Regierung tötet die Menschen brutal“

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Ihnen drohen Haft, Folter und der Tod – trotzdem lehnen sich Zehntausende Iranerinnen und Iraner gegen das Regime auf. Warum, erzählen hier fünf von ihnen.

Das Wichtigste im Überblick


Sie fordern Freiheit, Frauenrechte und Demokratie – und riskieren dafür ihr Leben. Seit zwei Monaten gehen die Menschen im Iran auf die Straßen des Landes.

Doch die Demonstrierenden schreckt das nicht ab. Anlass für die größte Protestwelle, die das Land bisher gesehen hat, war der Tod der 22-jährigen Kurdin Mahsa Amini. Sie starb, nachdem die Sittenpolizei sie festgenommen hatte, weil sie ihr Kopftuch nicht korrekt getragen haben soll.

Fünf Iranerinnen und Iraner haben t-online erzählt, warum sie auf die Straße gehen und wie sich durch die Proteste ihr Leben verändert hat. Um sie zu schützen, lief die Kommunikation über extra eingerichtete E-Mail-Adressen und Fake-Accounts in den sozialen Medien. Ihre Namen wurden anonymisiert.

„Meine Freundin wurde auf einem Boulevard verprügelt“

Nazanin, Mitte 20, aus der Region Teheran: „Ich habe Angst, aber trotzdem versuche ich, kein Kopftuch zu tragen. Einer der Regierungsbeamten zerbrach meinen Autospiegel, als ich ohne Kopftuch unterwegs war. Eine meiner Freundinnen wurde auf einem Boulevard verprügelt. Frauen werden verhaftet oder getötet, weil sie kein Kopftuch tragen, oder sie sterben, weil sie es anzünden. So etwa Nika Shakrami, die erst 16 Jahre alt war. Sie verlor ihr Leben, weil sie ihr Kopftuch verbrannte.

Die Proteste sind im Moment das wichtigste Thema im Iran. Viele Menschen haben Angst, auf die Straße zu gehen. Vor allem Mütter und Väter von kleinen Kindern, die sich Sorgen machen, dass sie bei den Demonstrationen getötet werden und ihre Kinder dann ohne einen Vormund dastehen.

Trotzdem protestieren Menschen aus allen Bevölkerungsschichten: Bus- und Lkw-Fahrer, Studierende, Lehrer, Gewerkschafter und Bauern haben gestreikt oder waren auf der Straße. Viele wurden verhaftet.



Die Regierung tötet die Menschen brutal.


Nazanin aus der Region Teheran


Die Regierung tötet die Menschen brutal oder foltert sie in den Gefängnissen, die voll sind von Demonstranten. Wir fürchten, dass sie nach der Niederschlagung der Straßenproteste eine große Zahl von Gefangenen hinrichten werden. Das haben sie schon viele Male getan.

Das Regime hat das iranische Volk verarmen lassen, und die Machthaber rauben den Reichtum. Ihre Kinder führen ein luxuriöses Leben. Armut, Tod, Gefängnis, Diskriminierung und Ungleichheit sind das Ergebnis von vier Jahrzehnten religiöser Tyrannei.

Wir haben nichts zu verlieren und wünschen uns ein normales Leben! Wenn es ein Referendum in sicherer Umgebung gäbe, würden 90 Prozent der iranischen Bevölkerung gegen das Regime stimmen. Wir wollen eine säkulare und demokratische Regierung.

Wir fordern, dass die Botschafter Europas den Iran verlassen und die Botschafter der Islamischen Republik aus Europa mit ihren Kindern ausgewiesen werden. Ihre Vermögen sollten eingefroren werden.“

Der iranische Präsident Ebrahim Raisi: Demonstrierende fordern das Ende des Regimes.
Der iranische Präsident Ebrahim Raisi: Demonstrierende fordern das Ende des Regimes. (Quelle: Sobhan Farajvan/imago images)

„Sie durchsuchen jetzt unsere Taschen“

Leila, 17, aus der Region Teheran: „An meiner Schule wurden die Regeln seit den Protesten verschärft. Sie durchsuchen jetzt unsere Taschen und kontrollieren streng, ob wir das Kopftuch richtig tragen. Aber auf der Straße trage ich es überhaupt nicht mehr. Ich fühle mich seitdem viel besser.

Angst habe ich vor allem um diejenigen, die ins Gefängnis gesteckt wurden. Ich hoffe, sie kommen alle bald frei. Wir haben bis zu diesem Punkt durchgehalten, und wir müssen es auch weiterhin tun. Wenn wir aufhören, werden die Mullahs viele junge Menschen hinrichten.

Lesen Sie hier den vollständigen Artikel.
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