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Auch Menschenrechtler entlassen: Iran lässt inhaftierten Fußballer wieder frei

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Die Fußballer der iranischen Nationalmannschaft müssen nach ihrer Weigerung, die Nationalhymne zu singen, wohl nicht mit Repressalien rechnen. Anders sieht es für einen ehemaligen Kicker und einen Menschenrechtsaktivisten aus. Sie müssen ins Gefängnis – bis jetzt.

Die iranischen Behörden haben Berichten zufolge den Fuballspieler Voria Ghafouri und den Menschenrechtsaktivisten Hossein Ronaghi gegen Kaution freigelassen. Das meldete die iranische Nachrichtenagentur Fars in Online-Netzwerken. Auch die Zeitung „Shargh“ meldete die Freilassung Ghafouris. Ronaghis Bruder Hassan teilte auf Twitter mit, sein Bruder sei „heute Nacht gegen Kaution freigelassen worden, um ärztlich behandelt werden zu können“.

Ghafouri und Ronaghi gehören zu den bekanntesten Iranern und Iranerinnen, die wegen ihrer Unterstützung für die Massenproteste festgenommen worden waren. Der kurdische Fußballspieler Ghafouri, der 28 Mal in der iranischen Nationalmannschaft gespielt hatte, war am Donnerstag wegen des Vorwurfs staatsfeindlicher Propaganda festgenommen worden.

Die iranische Nationalmannschaft hatte bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar für Aufsehen gesorgt, als mehrere Spieler die Nationalhymne nicht mitsangen. Das wurde als Zeichen des Protests aufgefasst – das Staatsfernsehen stoppte die Übertragung. Die Spieler müssen offiziellen Angaben zufolge aber vorerst nicht mit Repressalien rechnen.

Zwei Monate Hungerstreik

Der 37-jährige Ronaghi, der sich für die Meinungsfreiheit einsetzt und unter anderem für die „Washington Post“ schreibt, war am 24. September nach seiner Kritik an der brutalen Niederschlagung der Massenproteste festgenommen worden. Nach seinem zweimonatigen Hungerstreik hatte zuletzt die Sorge um seinen Gesundheitszustand zugenommen. Nach Angaben seiner Familie schwebte er wegen Nierenproblemen in Lebensgefahr. Sein Vater Ahmad veröffentlichte ein Foto von Hossein im Krankenhaus und erklärte, er sei nach einem 64-tägigen Hunterstreik freigelassen worden.

Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden bei der Niederschlagung der Proteste rund 14.000 Menschen festgenommen. Darunter sind Dutzende prominente Journalisten, Kulturschaffende, Anwälte und Sportler. Auslöser der Proteste war der Tod der 22-jährigen Kurdin Mahsa Amini im Polizeigewahrsam – sie war Mitte September von der Sittenpolizei festgenommen worden, weil sie ihr Kopftuch nicht ordnungsgemäß getragen haben soll.

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