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„Atemwegserkrankungen“ als Grund: Nordkorea riegelt Hauptstadt Pjöngjang ab

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Lockdowns aufgrund von Corona-Ausbrüchen wirken in Europa inzwischen wie ein Relikt aus einer düsteren, fernen Vergangenheit. In anderen Teilen der Welt sind diese Maßnahmen allerdings noch immer Teil der Realität. In Nordkorea verhängt das Regime aktuell einen Lockdown in der Hauptstadt.

Nordkorea hat einem Bericht zufolge wegen „Atemwegserkrankungen“ einen fünftägigen Lockdown für die Hauptstadt Pjöngjang angeordnet. Wie die südkoreanische Nachrichtenwebsite NK News unter Berufung auf eine Regierungsmitteilung berichtete, wurden die Bewohner der nordkoreanischen Hauptstadt angewiesen, von Mittwoch bis Sonntag zu Hause zu bleiben. Dem Bericht zufolge müssen sie zudem mehrmals täglich ihre Körpertemperatur messen lassen.

In der offiziellen Mitteilung wurde laut NK News das Coronavirus nicht erwähnt, stattdessen war von gewöhnlichen Erkältungen die Rede. Erst am Vortag hatte NK News unter Berufung aus Quellen in Pjöngjang berichtet, dass sich die Menschen in Nordkoreas Hauptstadt in Erwartung eines Lockdowns offenbar mit Waren eindeckten.

Nordkorea hatte Anfang 2020 nach Beginn der Pandemie seine Grenzen abgeriegelt, um sich vor dem Coronavirus zu schützen. Im vergangenen Frühjahr bestätigte das Land den ersten Corona-Ausbruch. Seit dem sprach das Regime von „Fieberfällen“ und im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie von einer „bösartigen Epidemie“. Im August erklärte Machthaber Kim Jong Un den Erreger für ausgerottet. Doch bereits zwei Wochen später meldeten die Behörden neue Verdachtsfälle, die auf die „bösartige Epidemie“ zurückgehen könnten.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und andere Experten zweifeln die nordkoreanischen Corona-Statistiken und die Angaben zur Eindämmung der Pandemie stark an. Das Land verfügt laut Experten über eines der schlechtesten Gesundheitssysteme der Welt. Eine unabhängige Überprüfung der Zahlen ist nicht möglich. Experten gehen davon aus, dass niemand in dem Land gegen das Coronavirus geimpft ist und es zudem keine ausreichenden Test-Kapazitäten gibt.

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