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60-Jähriger schwer erkrankt: Sachsen-Anhalts Ex-Finanzminister Bullerjahn ist tot

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Als Minister prägte Jens Bullerjahn jahrelang die Finanzpolitik in Sachsen-Anhalt, wurde als „Sozialdemokrat, der mit Geld umgehen kann“ gelobt. Doch privat kämpfte er gegen eine schwere Nervenkrankheit. Ein Kampf, den er nun verloren hat – mit gerade einmal 60 Jahren.

Der frühere Finanzminister und Vize-Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Jens Bullerjahn, ist tot. „Die Nachricht von seinem Tod erfüllt mich mit Trauer und Bestürzung“, erklärte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) in Magdeburg. „Jens Bullerjahn und seine Stimme werden diesem Land fehlen.“ Wie die in Halle erscheinende „Mitteldeutsche Zeitung“ unter Berufung auf seinen früherer Staatssekretär Jörg Felgner berichtete, starb Bullerjahn im Alter von 60 Jahren am Samstag in einer Klinik in Eisleben an den Folgen einer schweren und seltenen Erkrankung.

„Mit Jens Bullerjahn verliert Sachsen-Anhalt einen Politiker, der dieses Land entscheidend geprägt hat“, betonte Haseloff. „Seinem Wirken als Finanzminister ist es vor allem zu danken, dass die Landesfinanzen saniert werden konnten.“ Er habe so Entscheidungsspielräume für künftige Generationen geschaffen.

Der verheiratete Vater zweier erwachsener Söhne war einer der profiliertesten Politiker in Sachsen-Anhalt nach der Wiedervereinigung. In seinem letzten Interview mit der „Mitteldeutschen Zeitung“ machte der SPD-Politiker im vergangenen Mai öffentlich, dass er an der seltenen Nervenkrankheit ALS litt. Dabei handelt es sich um eine nicht heilbare degenerative Erkrankung des Nervensystems, die zu Muskelschwund führt.

16 Jahre im Landtag Sachsen-Anhalts

Der gelernte Elektroingenieur Bullerjahn hatte vor der Wiedervereinigung als Ingenieur für Prozessautomatisierung im Mansfeld Kombinat gearbeitet. Nach der Wende ging er in die Politik, wurde Gemeinderats- und Kreistagsmitglied und gehörte 16 Jahre lang dem Landtag von Sachsen-Anhalt an. Er war zeitweilig Landtagsfraktionschef und stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD.

Als Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion galt er als einer der Architekten des „Magdeburger Modells“, das bundesweit Aufsehen erregte: Von 1994 bis 2002 führte der damalige Ministerpräsident Reinhard Höppner von der SPD eine Regierung ohne eigene Mehrheit und war im Landtag auf die Unterstützung der PDS angewiesen.

Mit 53 Jahren Abschied von der Politik

Zur Landtagswahl 2006 wurde er als Spitzenkandidat nominiert, landete mit der SPD jedoch nur auf dem dritten Platz. Unter Ministerpräsident Wolfgang Böhmer von der CDU wurde er im selben Jahr Finanzminister. In seiner zehnjährigen Amtszeit als Minister und Vize-Regierungschef verordnete Bullerjahn dem Bundesland im Kampf gegen die zunehmende Staatsverschuldung laut „Mitteldeutsche Zeitung“ einen strengen Konsolidierungskurs.

„Ein Sozialdemokrat, der mit Geld umgehen kann“, titelte die „FAZ“ damals. Sein Agieren brachte ihm aber stets auch Kritik aus der eigenen Partei ein. Im Herbst 2015 hatte Bullerjahn mit 53 Jahren als am längsten amtierender Finanzminister in Deutschland überraschend seinen Rückzug aus der Politik angekündigt. Danach veröffentlichte er mehrere Bücher und ging gerne Segeln.

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